Tochter Zion, freue Dich, jauchze laut, Jerusalem!
Sieh, Dein König kommt zu dir, ja, er kommt, der Friedefürst
Tochter Zion, freue Dich, jauchze laut, Jerusalem!
Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk!
Gründe nun dein ewges Reich, Hosianna in der Höh!
Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk!
Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild!
Ewig steht Dein Friedensthron, du des ewgen Vaters Kind.
Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild!
Dies ist ein typisch evangelisches Weihnachtslied. In der katholischen Weihnachtsliturgie fehlt es. In der jetzigen Form entstand es erst im 19.Jahrhundert (1826 durch Pfr. Friedr. Heinr. Ranke)
Händels Musik ist allerdings viel älter und stammt aus dem Jahr 1747. Es ist Teil der oper Judas Makabäus, in der Händel den Sieg der Engländer über den Freieheitskampf der Schotten vertont. Daher ist dieses Lied bis heute nicht nur ein Weihnachtslied, sondern auch in England fast im Rang einer Nationalhymne.(Jedenfalls in konservativ- nationalen Kreisen)
Tochter Zion also eine Siegeshymne.Im vorliegenden Text unseres Weihnachtslieder allerdings ist es der Sieg des Friedensfürsten, des milden Königs der Liebe, der besungen wird. Weil hier Jesus als Sohn Davids und also als Kind der Juden besungen wird, war es in der nationalsozialistischen Zeit verpönt und wurde aus den Liedsammlungen entfernt. Ob es in den Kreisen der bekennenden Kirche weiterhin benutzt wurde, ist mir bislang nicht bekannt.
Fröhlich soll mein Herze springen
dieser Zeit, da vor Freud' alle Engel singen.
Hört, hört, wie mit vollen Chören
alle Luft laute ruft: Christus ist geboren.
Heute geht aus seiner Kammer
Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer.
Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute,
Gottes Kind, das verbind't sich mit unser'm Blute.
Sollt' uns Gott nun können hassen,
der uns gibt, was er liebt, über alle Maßen?
Gott gibt, unser'm Leid zu wehren,
seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren.
Er nimmt auf sich, was auf Erden
wir getan, gibt sich dran, unser Lamm zu werden,
unser Lamm, das für uns stirbet
und bei Gott für den Tod Gnad' und Fried' erwirbet.
Nun er liegt in seiner Krippen,
ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen:
"Lasset fahr'n, o liebe Brüder,
was euch quält; was euch fehlt, ich bring' alles wieder."
Ei, so kommt und laßt uns laufen,
stellt euch ein, groß und klein, eilt mit großem Haufen!
Liebt den, der vor Liebe brennet;
schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet.
Die ihr schwebt in großem Leide,
sehet, hier ist die Tür zu der wahren Freude;
faßt ihn wohl, er wird euch führen
an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren.
Wer sich fühlt beschwert im Herzen,
wer empfind't seine Sünd' und Gewissensschmerzen,
sei getrost: hier wird gefunden,
der in Eil' machet heil die vergift'ten Wunden.
Text: Paul Gerhardt (1653) Weise: Johann Crüger (1653)
Wer weiß heute noch, wer Paul Gerhardt war? Und wer kennt heut noch den Walzer? Ein Lied also vom bedeutensten evangelischen Liederschreibers überhaupt. Eins im 4 Viertel Takt. So festlich beschwingt wie es der langsame Walzer gern mag.So ist einem Text, der nicht nur die Höhen des Lebens anspricht, eher deren tiefe Täler, eine sanft schwingende Musik unterlegt, bei der wir das Schwere vergessen: Kein Wunder, denn die Arznei all unserer leiden ist geboren.Der Heiland…also der, der die Menschen und die Welt heil , gesund macht. Ein Anlass zur Freude auch noch heute?
Volkslied aus dem 16. Jahrhundert
1. Es ist ein Ros entsprungen
Aus einer Wurzel zart.
Wie uns die Alten sungen,
Aus Jesse kam die Art
Und hat ein Blümlein bracht,
Mitten im kalten Winter,
Wohl zu der halben Nacht.
2. Das Röslein das ich meine,
Davon Jesaias sagt:
Maria ist's, die Reine,
Die uns das Blümlein bracht.
Aus Gottes ew'gen Rat
Hat sie ein Kind geboren
Wohl zu der halben Nacht.
3. Das Bümelein so kleine,
Das duftet uns so süß,
Mit seinem hellen Scheine
Vertreibt's die Finsternis.
Wahr' Mensch und wahrer Gott,
Hilf uns aus allem Leide,
Rettet von Sünd' und Tod.
4. O Jesu, bis zum Scheiden
Aus diesem Jammertal
Laß Dein Hilf uns geleiten
Hin in den Freudensaal,
In Deines Vaters Reich,
Da wir Dich ewig loben.
O Gott, uns das verleih.
Das Lied stammt aus dem 16.Jahrhundert und ist ursprünglich in 2 Stropehn gesungen. Die 3. und 4. sind spätere Strophen. Besonders in der 2.Strophe tobte sich lange der Kampf zw. Protestanten und Katholiken aus.Die obige Textfassung geht auf die protestantische Version zurück. Die Katholiken sangen von 2. Das Röslein, das ich meine,
davon Jesaia sagt,
ist Maria die Reine,
die uns das Blümlein bracht.
Aus Gottes ewgem Rat,
hat sie ein kind geboren
und blieb ein reine Magd.
Sicher ist für uns heutige dieser Unterschied kaum mehr bedeutsam. Die Jungfräulichkeit Mariens über die Geburt hinaus… kaum ein Gedanke wert, oder? In der 3. und 4. Strophe aber sppiegelt sich ein Weltbild des Jammers. Während die Erde ein Ort der Finsternis ist, des Leidens…“ein Jammertal“ , wird das Jenseits nach diesem Erdenleben zum „Freudensaal“, in den die Menschen geführt werden wollen durch Jesus. Wie kann das Lied noch gesungen werden..von uns heutigen, deren Weltbild so weit weg scheint von den Suechen, dem alles verwüstenden Krieg , kurz vom Sterben,das an allen Wegen des Lebens zu lauern scheint? Oder der Freudlosigkeit des alltäglichen Lebens? Vielleicht war „Es ist ein Ros entsprungen“ schon immer ein eigenartiges Weihnachtslied, das schlecht zur Freudenstimmung der Weihnachtszeit passen will? Und dennoch ist es bis heute eines der beliebtesten Weihnachtslieder geblieben. Wer nun aber an modernisierung, Veränderung des Textes denkt, vielelicht sich wünscht, ein Rapper, Hip-Hoper möge sich des Liedes annehmen, dem sei noch schnell eine Mahnung mitgegeben…Vieles ist denkbar, auch machbar…doch …schon einmal fand eine Umtextung statt: In der deutschen Weihnacht“, einer Liedersammlung des Nationalsozialismus.
„In dieser Fassung wird nicht mehr der Gottessohn besungen, sondern die völkische Gemeinschaft (Edition G). Zentrale Metaphern sind dabei die "Mutter" und das "Keimen": Recht eindeutig wird hier also der Blut-und-Boden-Kult gepflegt. Propagandistisch geschickt ist die Einkleidung der Ideologie in ein scheinbar christliches Gewand, wobei in Strophe 1 der Name "Jesse" aus dem Alten Testament unterdrückt wird.“( http://www.liederlexikon.de/lieder/es_ist_ein_ros_entsprungen/)
Ich finde, es sollte uns mahnen den Geist des Liedes bei allem, was wir mit ihm tun zu erhalten.
das alte märchen der gebr. grimm ... erzählt von der macht der magie und der macht der namen. so ist es im strengen sinn auch ein text über die macht der sprache. der zauber ist da bei nur oberflächlich die macht des zwerges stroh in gold zu verwandeln. der viel mächtigere zauber ...so der text, liegt in der macht der namen, mit denen sich unsere menschlichen beziheungen untereinander und zur welt radikal ändern... sind wir zuerst allem ausgeliefert, geraden dinge wie menschen unter unseren einfluass durch das richtige wort.
ich liebe überdies eine etwas dramatischer erzählweise...die ist vielleicht auch etwas gewöhnungsbedürftig...dennoch oder gerade deshalb auch viel spaß beom hören.
Was bedeutet es eigentlich, wenn ein Mensch auf der Intensivstation arbeitet, dem Ort, der oft über leben und Sterben eines anderen entscheidet? Der Beitrag versucht ein wenig von den Erfahrungen hörbar zu machen, die eine Krankenschwester dort sammelt.